DIE THERAPIE STOTTERNDER KINDER UND JUGENDLICHER


Therapieansätze bei Kinder und Jugendlichen

13 01 2017

INDIREKTER ANSATZ

bedeutet, entweder nur mit den Eltern oder nur mit dem Kind zu arbeiten, aber nicht direkt an seinem Stottern. Gerade in der Frühphase des Stotterns kann es sinnvoll sein, das Kind nicht sofort mit seinem "Defekt" zu konfrontieren, sondern eventuell Spielstunden gemeinsam mit den Eltern oder nur mit dem Therapeuten durchzuführen. Es wird nicht an der Sprechweise des Kindes, sondern an den Grundlagen für ein angstfreies, ruhiges Sprechen gearbeitet. Dazu gehören Sprach- und Bewegungsspiele, die den Spaß am Sprechen fördern, Entspannungsgeschichten, Rollenspiele und Dialogübungen.

DIREKTER ANSATZ

Der Therapeut arbeitet mit dem Kind selbst. Es wird angeleitet, das Stottern oder das Sprechen direkt zu analysieren und zu verändern. Das kann sehr indirekt geschehen, indem z. B. dem Kind ein Modell für ein leichteres Stottern vermittelt wird. Meist wird aber in motivierenden und kindgerechten Übungen ganz bewusst das Sprechen bzw. Stottern bearbeitet. Dieser Ansatz lässt sich wiederum unterscheiden in

Fluency Shaping (Sprechflüssigkeit formen), ein Verfahren zur Bearbeitung des Sprechens mit dem Ziel, das Stottern zu eliminieren. Dieser Therapieansatz kann als moderner Nachfolger der früheren "Sprechübungsbehandlungen" angesehen werden.

Stuttering Management bzw. Stuttering Modification (Veränderung des Stotterns), ein Verfahren zur Bearbeitung des Stotterns mit dem Ziel, das Stottern flüssiger zu machen.

Kombinierte Verfahren vereinen beide Ansätze zu einem mehrdimensionalen, einzelfallorientierten Ansatz, wobei von folgenden Annahmen ausgegangen wird:

  • Die Stottersymptomatik besteht aus der Kernsymptomatik und gegebenenfalls einer motorischen Begleitsymptomatik.
  • Als weitere Begleitsymptome können bewusste und unbewusste negative psychische Reaktionen auf das Stottern (z.B. Scham oder Schuldgefühle) auftreten, die Auswirkungen auf das Verhalten (z.B. Vermeidungsverhalten) haben können.
  • Der Entstehung und Entwicklung von Begleitsymptomen handelt es sich zu einem großen Teil um erlerntes Verhalten.
  • Risikofaktoren wie psychosoziale Komponenten können das Stottern aufrechterhalten.
  • Die Stottersymptomatik, die psychischen Reaktionen, die Risikofaktoren und die Wechselwirkungen zwischen diesen drei Bereichen können bei jedem Patienten unterschiedlich sein.

MENTALE METHODEN

Autosuggestion / Suggestion / Autogenes Training / Positives Denken: Der Entwicklungsprozess hin zum flüssigen Sprechen wird durch mentale Vorbereitung auf das erwünschte Ziel gelenkt. Mentales Training wird auch für Kinder angeboten.

UNTERSTÜTZENDE MASSNAHMEN

haben nicht direkt mit Sprachtherapie zu tun. Das sind unter anderem Kinesiologie, Tomatis Hörtraining, Qigong, Klangtherapie, Yoga, Bachblüten und Homöopathie.

  • RESUMEE:
    Im Idealfall wird der Therapeut aufgrund seiner Erfahrungen und seiner Weiterbildung seine ganz persönliche Kombination von Therapieansätzen anbieten, wobei er einzelne Module zu einem auf die persönlichen Bedürfnisse des Kindes zugeschnittenen Therapieprogramm zusammenfügt.

Buchempfehlungen

Büchertipps - Therapieratgeber

Allgemeine Therapie-Informationen

www.StotterTherapieRatgeber.de
"Ein unabhängiger, unparteiischer Therapieratgeber für erwachsene Stotternde, geschrieben von einem Patienten für Patienten, ohne kommerzielle Eigeninteressen."

Sprachheilpädagogik.de - Grundlagen der Therapie

Neu Patientenleitlinie "Stottern und Poltern"
der Deutschen Gesellschaft für Phoniatrie und Pädaudiologie (DGPP)